Sonntag: Sidney & Friends + Political Animals + Boys for Sale

21.10. um 17.00 Uhr

SIDNEY & FRIENDS

Kenia/Großbritannien 2017 — Regie: Tristan Aitchison — 75 Min. — Engl. u. Swahili OmdU

Trailer

Sidney wirkt selbstbewusst, ‒ die Unmenschlichkeiten, die er überlebt hat, sind ihm nicht auf Anhieb anzumerken. Er wuchs im westlichen Kenia auf dem Land auf und es war ihm schon immer unangenehm, Röcke zu tragen und dem traditionellen weiblichen Rollenbild zu entsprechen. So fällt er durchs Raster der Dorfgemeinschaft. Auch seine Familie stemmt sich gegen ihn: ganz im Glauben, er sei von Dämonen besessen, wird er misshandelt und schließlich verstoßen. Erst viel später erfährt Sidney, dass er intersexuell ist. Zwischenzeitlich hangelt er sich von Slum zu Slum, ist nirgends willkommen, wird verfolgt und öffentlich gedemütigt. Doch als er in Nairobi auf eine Gruppe befreundeter junger Leute mit Transidentität trifft, ändert sich sein Leben schlagartig zum Guten. Dank der Unterstützung durch Aktivist Guillit kann Sidney die traumatischen Erfahrungen nach und nach überwinden. Der geschützte Rahmen im Freundeskreis hilft allen dabei, sich eine eigene Existenz aufzubauen.

In diesem behutsamen und respektvoll dokumentierten Porträt kommen sechs Menschen zu Wort, die trotz prekärer Lebensrealitäten ihre Hoffnungen und Träume kultivieren. Eindringliche Berichte wechseln sich ab mit ästhetischen Umgebungsaufnahmen. Der unter riskanten Bedingungen entstandene Zero Budget-Film hatte Premiere auf dem BFI Flare in London.

Vorführung ermöglicht durch:

Möbel Brandl


Sonntag, 21.10. um 19.00 Uhr

POLITICAL ANIMALS

USA 2016 — Regie: Jonah Markowitz, Tracy Wares — 87 Min. — Engl. OmdU

Trailer

In diesem mehrfach ausgezeichneten Film stellen wir euch vier beeindruckende „Political Animals“ vor: Sheila Kuehl, Carole Migden, Christine Kehoe und Jackie Goldberg. Ein eloquentes und couragiertes lesbisches Vierergespann, das sich in den 90er und 2000er-Jahren als Vorreiter*innen des parlamentarischen Kampfes um Gleichberechtigung von LGBT in Kalifornien hervorgetan hat. Inmitten ihrer konservativen Kollegin*innen erkennen sie schnell, dass es sich nicht lohnt, brav zu sein: „You need to be a bad girl!“ — Doch wenngleich die Verhandlungen zäh sind, Abstimmungen immer wieder scheitern und die homophoben Kommentare oft unerträglich sind, zahlen sich die unermüdlichen Bemühungen der vier Frauen aus. Dank einer gehörigen Portion Idealismus und eifriger Streitbarkeit, verhelfen sie einer sehr persönlichen Angelegenheit mehr und mehr zu gesellschaftspolitischer Relevanz und Erfolg.

Diese vier resoluten „ Political Animals“ sind ein beeindruckendes Vorbild für unsere heutige Zeit, wo erkämpfte LGBT-Rechte in den USA und auch in Europa von einigen Politiker_innen wieder in Frage gestellt werden.

Vorführung ermöglicht durch: Margit Krämer


Sonntag, 21.10. um 21.00 Uhr

BOYS FOR SALE

Japan 2018 — Regie: Itako — 76 Min. — Japan. OmeU

Trailer

In Japan sind Bescheidenheit und Diskretion Kardinaltugenden, nicht jedoch in Shinjuku ni-chōme, einem Viertel Tokios, das in den späten 1960er Jahren entstand, als in aufgelassene Rotlicht-Bars nach und nach Schwulenbars einzogen. Heute gibt es hier über 300 einschlägige Etablissements, darunter auch Boy Bars, die mit urisen werben: jungen Männern, die gegen Geld ihre Körper verkaufen. Möglich ist das, weil homosexuelle Liebesdienste nicht vom Anti-Prostitutionsgesetz betroffen sind. Käufliche Liebe zwischen Männern wird in Japan so sehr tabuisiert, dass nicht einmal das Gesetz sie erwähnt.

Der 1990 geborene Regisseur Itako hat in seinem Debütfilm ein Händchen dafür, Barbetreiber und urisen reden zu lassen. Immer wieder dreht sich bei Boys for Sale alles um Tabus, Geheimnisse und Schuld. Und auch sonst spart die Dokumentation nicht mit Kuriositäten aus einer fremden, teils verstörenden Welt. Bemerkenswert offenherzig sprechen die jungen Männer von ihren Erfahrungen. Von positiven, wie der engen Gemeinschaft unter den urisen, aber auch von den negativen – Gewalt, Demütigung. Das Berichtete wirkt jedoch mitunter geradezu erschreckend, obwohl hier alle Beteiligten so ungezwungen darüber reden, ohne große Scheu und immer sehr höflich. Diese Ruhe der Berichte steht in einem surreal anmutenden Kontrast zu deren Inhalten.

Vorführung ermöglicht durch:

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