Freitag: Miseducation of Cameron Post + Girl

19.10. um 19.00 Uhr 

THE MISEDUCATION OF CAMERON POST 

USA 2018 — Regie: Desiree Akhavan — 91 Min. — Engl. OmdU

Trailer 

Cameron ist eine High School-Schülerin, für die sich mit einem Vorfall in der Nacht des Abschlussballs alles verändert: Es scheint etwas mit ihr nicht zu stimmen. Davon jedenfalls ist ihre Tante unnachgiebig überzeugt und bringt sie sofort zu „God’s Promise“. Es sei nur zu ihrem Besten. In der Einrichtung wird Cameron von dem mittelmäßig charismatischen Hausherrn zwar mit offenen Armen empfangen, doch einige ihrer persönlichen Gegenstände werden durch ihn sofort einbehalten. Schnell wird sie damit konfrontiert, dass sie sich von ihrer „Neigung“, der „Anziehung zum gleichen Geschlecht“, „entwöhnen“ soll und dafür ihren Glauben stärken muss. Sie wird aufgefordert, Gründe für ihre „Abweichung“ zu benennen, ‒ ihre Zimmernachbarin scheint dabei schon erfolgreich zu sein. Von der tiefenpsychologischen Eisberg-Skizze über vertrauliche Zwiegespräche auf der Wiese bis hin zu christlichen Rock-Konzerten kaschieren die Aktivitäten ihren manipulativen Charakter gut. Zermürbende Einzelsitzungen lassen Cameron an sich selbst zweifeln. Nach und nach freundet sie sich aber mit Jane und Adam an, die eine größtmögliche Distanz zu der dubiosen Gemeinschaft pflegen …

Vorlage für den Film ist der gleichnamige Roman von Emily M. Danforth, der auf realen Ereignissen basiert. Regisseurin Desiree Akhavan begeisterte bereits mit ihrem Debüt APPROPRIATE BEHAVIOUR.

Vorführung ermöglicht durch: 

Filmbühne


Freitag, 19.10. um 21.00 Uhr

GIRL  

In Kooperation mit Heimspiel Filmfest

Girl (1)

Belgien, Niederlande 2018 — Regie: Lukas Dhont  — 105 Min. — Frz., niederl., engl. OmU 

Trailer

Lara ist 15 und hegt einen großen Traum, nein: sie verfolgt ihn eisern und setzt alles daran, professionelle Balletttänzerin zu werden. Sie hat die uneingeschränkte Unterstützung ihres alleinerziehenden Vaters auf ihrer Seite und die Familie zieht sogar um, um ihr den Besuch einer renommierten Ballettschule zu ermöglichen. Ihr jüngerer Bruder sorgt für ein wenig Ausgleich zum harten Trainingsplan. Allerdings nimmt sie die Rolle der verantwortungsvollen Schwester auch sehr ernst und erledigt viel im Haushalt. Es ist deutlich spürbar, dass Lara von einer inneren Getriebenheit immer weiter angestachelt wird. Fast mechanisch wirkt sie beim Einhalten ihrer straffen Abläufe, der Wiederholung einer Bewegung. Die innere Spannung wird im Tanz zur äußeren. Das Problem? Ihr Körper. Lara zweifelt an ihm. An seiner Optik. Wenn ihr Therapeut ihr sagt, dass er eine hübsche junge Frau vor sich sieht, glaubt sie ihm nicht. Ungeduldig sehnt sie deutlichere Wirkungen ihrer Behandlung herbei, verlangt eine Dosiserhöhung. Ihr Verhältnis zu den anderen Mädchen ist distanziert. Und ihre Füße bluten vom Spitzentanz.

Der Film ist sehr nah an seiner Protagonistin, ohne jemals in Voyeurismus abzugleiten. Ein sehr starkes Porträt, das in Cannes mit langen Ovationen geehrt wurde: Lukas Dhont und Hauptdarsteller Victor Polster gewannen die Goldene und die Queere Palme. ‒ Für beide ist GIRL das filmische Debüt!

Vorführung ermöglicht durch:

Paletti

 

 

 

 

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